zurück
Erfahrungen

Erfahrungsbericht von Steffen H.
14.08.2001
-
Wie alles begann..... und was daraus werden kann. 

Eigentlich wollte ich mir ein neues Motorrad kaufen, weil ich jetzt noch die Zeit und die Kohle dafür hatte. Also was richtig gescheites sollte es sein, aus dem Heizer Alter bin ich raus, also was gediegenes. Die BMW R1150 GS fiel mir da sofort ins Auge. Alle Testberichte waren voll des Lobes, endlich mal ein 6 ter Gang für´s gemütliche Reisen, bärenstarker Motor u.s.w. Gedacht, getan: Probefahrttermin vereinbart. Nun will ich vorausschicken, dass ich vorher eine stark modifizierte R100GS fuhr und daher einige Erwartungen auf die 1150er hatte.Das erste Aha Erlebnis hatte ich schon nach dem ersten Aufsitzen. Die Fuhre ist ja gewaltig in jeder Hinsicht,vor allem aber beim Pfunde auf die Waage stemmen ! Die Telelever-Gabel weckte das zweite "Aha" in mir: "Stocksteif und ohne jede Gefühlsäußerung". Die Gabel, sprich das ganze Fahrwerk, der BMW ist wirklich allererste Sahne aber mit Motorradfahren hat das für mich irgendwie nicht mehr so viel zu tun. Der Motor ist leistungstechnisch wirklich überzeugend, er läuft aber leider wie ein Vierzylinder. Da wackelt nix, da bollert nix, das ganze Ding ist irgendwie Leblos ( wenn man das so sagen darf ). Überhaupt, das war dann auch der Punkt für meine Entscheidung gegen die 1150er BMW. Das Mopped ist zu Perfekt. Tut mir leid das sagen zu müssen, für mich ist Motorradfahren heutzutage ein Hobby welches ich mit Emotionen in jeder Hinsicht verbinde. Bei dieser Probefahrt vermisste ich einfach zu vieles von dem, was mir den Kick geben könnte einen Haufen Geld für ein Geiles Mopped auszugeben. So und jetzt stand ich da, der Traum war zerplatzt wie eine Seifenblase. Ich wälzte also Motorradkataloge und Zeitschriften um mir eine Alternative zu suchen, fand aber um´s verrecken nichts was mir gefallen konnte. Bis ich im Motorradkatalog auf der Yamaha Seite Cruiser/Chopper angelangt war und Sie sah. Die XV1600 Wild Star !!! 1,6 Liter Hubraum aus zwei Zylindern, da bleibt kein Auge trocken. Die Optik so nah an einer Harley wie es nur sein kann und der Preis ? 22500.-DM für das 2001er Modell bezahlbar. Blut geleckt wie verrückt und nix wie zum nächsten Yamaha Händler. Die Probefahrt war noch besser als erwartet und sehr "emotionsgeladen". Die gebotene Handlichkeit bei einem Lebendgewicht von 335Kg und dem mächtigen Radstand ist der pure Wahnsinn. Der Motor gibt die Urgewalt der 21,5 Kg schweren Kurbelwelle so richtig schön an den Hintern weiter ohne irgendwann nervig zu werden. Selbst im Trendy Wellnesstudio bekommt man nicht eine solch beruhigende Massage wie auf der WildStar im Standgas ! Die "Maschine" muss ich haben. Maschine nicht im eigentlichen Sinn wie es der Biker meint der sein Motorrad aus der Garage holt, sondern wirklich "eine Maschine par Excellanze", bei der man mit jedem Kolbenhub merkt wie sie atmet. Was eigentlich von Anfang an klar war : Da muss noch ein bisserl modifiziert "Customized" werden. Der Sound ist viel zu TÜVíg für so ein Mopped, die Fender viel zu wuchtig für meinen Geschmack und der 150er Hinterreifen sieht an diesem Dickschiff aus wie ein Fahrradreifen. Über die Zeit des Umbauens zu berichten, das spare ich Euch hier auf. Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, das es für mich eine harte Geduldsprobe war. 
Meine Tipps für einen gelungenen Umbau möchte ich euch aber nicht vorenthalten. 
1. Auspuff: EAGLE Sidewinder von Speedpro = EG/ABE, richtig Geiler Sound mit dem Medium Einsatz, hochwertige Verarbeitung und bezahlbar. ( klingt wesentlich satter als die oft verwendete BSM Anlage ) 
2. Lenker: LSL 12 auch Oldstyle Lenker genannt, für mich bei Körpergröße 187cm echt komfortabel & Cool. 
3. Hinterreifen: Ich habe einen 200er Avon aufgezogen ( mit entspr. Felge 6x16 ) und bin wirklich begeistert von dem Fahrverhalten. Allerdings ist dies kein billiger Spaß, da sich hierfür einige Teile summieren: breitere Felge, Hi-reifen+Vo-Reifen ( zwecks Markenbindung ) und der Heckfender muss angepasst oder ausgetauscht werden. 
4. Fender: Ich wollte einen Klassischen-Sportlichen Look. Das war ein Problem insofern es im Zubehörbereich von allen möglichen Firmen nur Supercoole Heckteile für 240er Walzen mit der puren Machooptik gab. Was gar nicht meinem Stil entspricht. Also blieb mir nur die Alternative des aufwendigen und langwierigen Umbau´s des Originalfenders. Der wurde dann mittels eines eingesetzten ca.2,5cm breiten Blechstreifen verbreitert, der Unterbau ist auch Original-verbreitert und die beiden hinteren Streben des Unterbaus sind leicht abgesenkt worden ( ich wollte die Maschine nicht tieferlegen -> weil ich ja auch noch fahren will ), das ganze ist komplett zu einer Einheit verschweißt, die Flanken des Fenders mussten dann auch noch angepasst werden-> war ne Sch.... Arbeit ! Aber, es hat sich gelohnt. Jedesmal wenn ich in die Garage gehe sehe ich (m)einen Traum in Schwarz und Chrom und es läuft mir immer noch Eiskalt den Buckel runter wenn ich mich in Ihre schmale Taille setze und den Starter betätige, mich in ihren Kurven beim Putzen spiegle oder mich sanft von der Kurbelwelle streicheln lasse. 

viele Grüße 

Steffen


zum Seitenanfang
 
-